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Diskurs frühkindliche kulturelle Bildung

Jardin d’émerveille – der „Garten der Wunder“

Frühkindliche kulturelle Bildung europaweit – die Stiftung Genshagen hat gemeinsam mit dem Netzwerk Frühkindliche Kulturelle Bildung eine Online-Veranstaltungsreihe zur Stärkung des europäischen Fachaustauschs ins Leben gerufen. Diesmal widmete sich das Gespräch der Verbindung von Kunst und Natur. Mit dabei der französische Künstler Vincent Vergone, Aurélie Lesous vom französischen Kulturministerium und Mitwirkende des Netzwerk Frühkindliche Kulturelle Bildung.

Die Gesprächsreihe der Stiftung Genshagen war im März mit dem Konzept der „Kulturellen Gesundheit“ in Frankreich gestartet und thematisierte nun diesmal die Verbindung von Kunst und Natur anhand der Konzepte und Ideen des französischen Künstlers Vincent Vergone. 

Kinder als schöpferische Wesen
Für Vincent Vergone sind Kinder von Grund auf schöpferische Wesen, die sich in ihrem Verhältnis zu Bezugspersonen und zur Welt, die sie umgibt, stets neu erfinden. Diese Beziehungen entstehen durch „Staunen und Wundern“. Es gilt also, von Anfang an ein anregendes und gleichzeitig Geborgenheit vermittelndes Umfeld zu schaffen, um Neugier, Mut und Freude am Entdecken und In-Beziehung-Treten zu wecken.

Der Künstler kreiert dafür eine Art Wunderkammer im Grünen, den künstlerisch gestalteten „Garten der Wunder“ (Jardin d’émerveille). In diesem Universum mit allerlei fantasievollen Skulpturen, Spielgegenständen, geheimnisvollen Ecken und Künstler:innen verschiedener Genres wie Musik, Marionetten und Poesie, die dem Garten Leben einhauchen. Er lädt Kinder und ihre Bezugspersonen ein, sich mit allen Sinnen spielerisch und kreativ auf ihre Umwelt einzulassen, sodass eine lebendige Verbindung zur Natur entsteht.

1000 erste Tage eines Kindes
Dieser Blick nach Frankreich lohnt sich, denn dort steht die frühkindliche Bildung aktuell auf der Agenda der Regierung: Diese bringt ein Programm zu den „1.000 ersten Tagen eines Kindes“ auf den Weg, das die frühkindliche Kulturelle Bildung einbezieht und sie als wichtigen Baustein für ein gesundes Aufwachsen versteht.

Der französische Bildhauer und Regisseur Vincent Vergone gehört zu den Künstlern, auf deren Wissen, Methodenrepertoire und langjähriger Erfahrung das Ministerium seine jüngsten Fördermaßnahmen in diesem Feld aufbaut.

Berliner Erklärung der UNESCO-Tagung
Auch in der Berliner Erklärung der UNESCO-Tagung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Mai 2021 heißt es, ein Wandel sei erforderlich, „der uns hin zu einer nachhaltigen Entwicklung führt, die auf einer gerechteren, inklusiveren, achtsameren und friedlicheren Beziehung zueinander und zur Natur gründet“.

Diese Beziehungsfähigkeit hat Vincent Vergone von Anfang an ins Zentrum seiner Arbeit gestellt – zur Natur und zu den Eltern, die er als erste Bezugspersonen der Kinder als Schlüssel zur Kultur begreift.

Kunst verleiht diesen Beziehungen Lebendigkeit und Lebensqualität. Wichtig ist im anstehenden Wandel also, die Künste und die Allerjüngsten mitzudenken. Denn: „Eltern sind mit ihren Kindern die ersten Akteure der Transformation der Gesellschaft.“ 

Die Veranstaltung wurde vom Deutsch-Französischen Jugendwerk  DFJW/OFAJ gefördert.

Klicken Sie hier, um sich das Gespräch in seiner vollen Länge anzuhören: 
Videoaufnahme deutsche Fassung 
Originalfassung Deutsch/Französisch 

Mehr Informationen zur Stiftung Genshagen finden Sie hier – bitte klicken.