Rückblick: Netzwerktagung „Verbunden – statt geteilt“ (25.–26.11.2025, Kassel)
Was für zwei inspirierende Tage! Unter dem Motto „Vom Teilnehmen – Teil sein – Teilgeben“ stand die diesjährige Netzwerktagung ganz im Zeichen der Frage, wie frühkindliche kulturelle Bildung Räume eröffnet, in denen Beteiligung, Mitgestaltung und nachhaltige Verbindungen wachsen können. Zwei intensive Tage des Austauschs, der Inspiration und des gemeinsamen Denkens liegen hinter uns. Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner der Kulturkita Hessen haben wir erlebt, wie kraftvoll frühkindliche kulturelle Bildung Verbindungen schafft – zwischen Menschen, Ideen und Visionen.
Tag 1 – Gemeinsam Orientieren, Wahrnehmen und Verorten
Tag 1 startete mit einem Come Together der Kulturkita Hessen. Gemeinsam machten wir sichtbar, welche Menschen, Ziele und Ideen das Kulturkita-Universum prägen. Künstlerin Astrid Lembcke-Thiel, die seit jeher dem Netzwerk eng verbunden ist, reflektierte mit kreativen Fragen und glänzenden Planeten, die am Ende eine ganze Wand erstrahlen ließen.
Außerdem wurde die neue Inspirationskarte von Kulturkita Hessen vorgestellt und mit unzerbrechlichen, kitagerechten Spiegeln an die Kulturkitas ausgegeben, sodass sie die Methode zum Thema „Perspektiven teilen“ direkt umsetzen können.
Im Anschluss begann der Tag für alle Netzwerkenden: Mit einem Puzzleteil als Symbol in der Hand fragten wir uns, wie wir Mitgestaltung für Kinder ermöglichen. Schon hier wurde spürbar: Jede:r trägt ein Stück zum großen Ganzen bei! Nach der herzlichen Begrüßung und spannenden Einblicken in die Arbeit von Kulturkita Hessen und unserem Netzwerk ging es in die Landesgruppen. Die Themen wurden in einen anschließenden Gespräch zusammengetragen und reichten von Professionalisierung über Bildungsstandards und Lobbyarbeit bis hin zur gemeinsamen Frage nach mehr Wirksamkeit und Vernetzung.
Ein besonderes Highlight waren die darauffolgenden Vor-Ort-Besuche: Kasseler Kulturorte öffneten ihre Türen und zeigten, wie frühkindliche kulturelle Bildung in der Praxis umgesetzt wird. Ob bei Buchkinder e.V., im Gewächshaus e.V., im Jungen Staatstheater, in der Kita Menzelstraße oder im Raumlabor – überall erlebten wir kreative Ansätze und gelebte Teilhabe. Viele von uns konnten selbst aktiv werden, etwa beim Drucken eigener Leporellos bei den Buchkindern oder im Kita Lab des Staatstheaters.
Tag 2 – Erfahrungsräume öffnen, Vielstimmigkeit stärken
Tag 2 begann energiegeladen mit einem Warm-up voller Licht und Bewegung, mit kleinen Diskokugeln und Taschenlampen. Denn es gab etwas zu feiern. Das fünfjährige Bestehen des Netzwerk FKB. Danach öffneten sich Räume für Workshops: vom ästhetischen Erfahrungsraum über Körperarbeit bis hin zu Fragen der Vielstimmigkeit und Teilhabe. Konzentrierte Gespräche, neue Erfahrungen und wertvolle Gruppenarbeiten prägten den Vormittag.
Bewegend war das Gedicht von Netzwerk-Poet Lars Ruppel. Zum Thema des anschließenden Stadt.Land.Kind-Gesprächs mit dem Titel „#armutsbetroffen“ führte er vor Augen, wie geringe finanzielle Möglichkeiten ausgrenzend wirken und weshalb „sozial schwach“ keine angemessene Beschreibung der Familien ist.
Im Gespräch machten Expert:innen und Praktiker:innen deutlich: Kinderarmut betrifft Strukturen und wir können gemeinsam innovative Ansätze schaffen. Auch wenn wir die Armut nicht beheben können, können wir mitdenken, einfühlen, dynamisch planen, offen fragen und so echte Teilhabe auf den Weg bringen. Beispiele aus Viernheim und Frankfurt zeigten, wie Netzwerke Türen öffnen und Eltern einbeziehen. Die Botschaft: armutssensibel handeln und Kindern auf Augenhöhe begegnen! Gesprächspartner:innen waren Dr. Sonja Fehr (Uni Kassel), Heike Klumbies (Kita an der Bornstraße, Dortmund), Sabine Ruth (Runder Tisch Kinderarmut, Stadt Viernheim), Stefan Weiß (SKiLLS | Die KulturScouts, Kinderschutzbund Frankfurt).

Gemeinsamer Ausklang – Verbundenheit sichtbar machen
Zum Abschluss fasste die Künstlerin Johanna Benz die Tagung in ihren eindrucksstarken Zeichnungen zusammen, bevor wir gemeinsam Impulse und Ausblicke bündelten. Mit einem künstlerischen Finale verabschiedeten wir uns. Puzzleteile vernetzten uns und menschliche Dreiecke füllten den Raum.
Fazit – Verbunden statt geteilt
Die Tagung hat eindrücklich gezeigt, wie lebendig unser Netzwerk ist. Wir sind verbunden – durch gemeinsame Haltungen, durch vielfältiges Engagement und durch das Vertrauen darauf, dass frühkindliche kulturelle Bildung Brücken baut.
Lassen Sie uns diesen Weg weitergehen: gemeinsam, kreativ und mutig.
Alle Fotos: © DKJS
Alle Zeichnungen: © Johanna Benz, graphicrecording.cool