Unser Ansatz

Kulturelle Bildung eröffnet jungen Kindern unzählige Perspektiven und zeigt ihnen vielfältige Möglichkeiten, ihre Umwelt mit allen Sinnen wahrzunehmen, sie zu entdecken, mitzugestalten und sich auszudrücken. Künste und künstlerische Handlungsweisen spielen in der kulturellen Bildung eine zentrale Rolle, da sie sowohl über sinnlich-leibliches Handeln und Erleben, als auch über ein Erfahren und Berührtsein einen Lebensweltbezug herstellen.

Kulturelle Bildung entspricht in vielen Aspekten der Art und Weise, wie vor allem jüngere Kinder lernen, und verschafft ihnen einzigartige Lern- und Erfahrungsräume. Beim Lernen in und mit den Künsten erweitern sie nicht nur ihr Wissen und Können, sondern sie erhalten Anerkennung, Selbstvertrauen und werden in ihrer Individualität und ihrer Persönlichkeitsentwicklung gestärkt. Frühe kulturelle Bildung sichert gute Bildungs- und Zukunftschancen.

Kulturelle Bildung ermöglicht allen Kindern, ihre Kreativität zu entfalten und selbstbestimmt an Kultur teilzuhaben – sei es im eigenen Tun, in der Begegnung mit Künstler:innen oder durch die Erkundung von Kunst- und Kulturinstitutionen.

Frühe Kulturelle Bildung fördert kulturelle und gesellschaftliche Partizipation von Beginn an. Sie ist eng verknüpft mit zentralen Anliegen einer zeitgemäßen Demokratiebildung und berührt Fragen von Inklusion, Meinungsvielfalt, Umgang mit Diversität oder Nachhaltigkeit. In hoher Qualität umgesetzt, leistet sie einen konkreten und wichtigen Beitrag für mehr Bildungsgerechtigkeit und stärkt das Miteinander.

„Künstlerisch-ästhetisches Tun eröffnet Kindern die Möglichkeit, sich aktiv mit der Welt auseinanderzusetzen und diese hör-, sicht- und spürbar mitzugestalten.“

Aus: 7 Gute Gründe für frühkindliche kulturelle Bildung

Alle Kinder haben ein Recht auf frühe kulturelle Bildung

Alle Kinder müssen – unabhängig von Herkunft, Wohnort, sozialer Lage, Kultur- oder Kita-Angebot – die Möglichkeit haben, frühe Erfahrungen mit Kunst und Kultur zu machen und von ästhetischen Auseinandersetzungen zu profitieren. Trotzdem fehlen bisher in Deutschland systematische und strukturbildende Entwicklungen, die diesem Anspruch und der großen Bedeutung kultureller Bildung im frühkindlichen Bereich Rechnung tragen.

Warum braucht es ein Netzwerk?

Kulturelle Bildung hat in den letzten Jahren als zentraler Baustein einer ganzheitlichen Bildung und wichtiger Ansatz, um gesellschaftliche Teilhabe und ein demokratisches Miteinander zu fördern, zunehmend an Bedeutung gewonnen. Um sie qualitativ weiterzuentwickeln und im Alltag von Kindern und Jugendlichen fest zu verankern, wurden im Zusammenwirken von Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zahlreiche Initiativen umgesetzt und die fachlichen, strukturellen und finanziellen Bedingungen sowohl im Kultur- als auch im Bildungsbereich verbessert.

Im Fokus dieser positiven Entwicklungen standen und stehen jedoch vor allem Schüler:innen bzw. ältere Jugendliche. Hochwertige Angebote bzw. eine etablierte Praxis frühkindlicher kultureller Bildung ist – sieht man von einzelnen Modellvorhaben ab – sowohl in Museen, Theatern, Opern- oder Konzerthäusern als auch an Kitas bzw. anderen Einrichtungen der frühen Bildung und Betreuung nach wie vor eher die Ausnahme als die Regel.

Was fehlt: Handlungsmut und eine starke Lobby

Neben dem Wissen über den besonderen Wert frühkindlicher kultureller Bildung in Deutschland benötigen die jüngsten Mitglieder unserer Gesellschaft vor allem überzeugte und mutige Entscheider:innen auf allen Ebenen sowie eine lautstarke Lobby, die sich für die Verwirklichung ihrer Kinderrechte auch mit Blick auf kulturelle Bildung und Teilhabe einsetzt.
Frühkindliche kulturelle Bildung braucht einen verbindlichen und gemeinsamen Ort, an dem

• Wissen, Kompetenzen und Aktivitäten bundesweit gebündelt werden,
• Menschen mit unterschiedlichen Professionen, Erfahrungen und Perspektiven zusammenarbeiten,
• eine starke Lobby für das Thema, für Kinder und für alle Engagierten entsteht.

„Durch kulturelle Bildung lernen Kinder, sich auf andere Handlungs-, Sicht- und Ausdrucksweisen einzulassen, Unterschiede und Vielfalt anzuerkennen, mit ihnen umzugehen und diese wertzuschätzen.“

Aus: 7 Gute Gründe für frühkindliche kulturelle Bildung

Unsere Antwort: Ein bundesweites und multiprofessionelles Netzwerk

Das Netzwerk Frühkindliche Kulturelle Bildung wurde im Februar 2020 gegründet. Es ist eine Initiative zur Stärkung ästhetisch-kultureller Bildung in der frühen Kindheit und vereint bundesweit Praktiker:innen, Wissenschaftler:innen sowie Vertreter:innen öffentlicher, privater und zivilgesellschaftlicher Institutionen, die ein gemeinsames Anliegen verbindet: Gemeinsam einen Beitrag zur Stärkung und Weiterentwicklung der kulturellen Bildung für Kinder im frühen Kindesalter zu leisten.

Ziel des Netzwerkes ist es, die dafür notwendigen Entwicklungen auf mehreren Ebenen anzustoßen und auf politischer, struktureller und fachlicher Ebene den Qualitätsdiskurs zu befördern, Impulse zu setzen und nachhaltige Veränderungen zu initiieren.

 

Unser Selbstverständnis

Das Netzwerk Netzwerk Frühkindliche Kulturelle Bildung ist der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen verpflichtet. Darüber hinaus begründet sich das Netzwerk im Sinne einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, wie sie das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und die Verfassungen der Länder vorgeben, und stellt sich allen Bestrebungen entgegen, die diese freiheitlich-demokratische Grundordnung infrage stellen oder gefährden.

Das Netzwerk Frühkindliche Kulturelle Bildung bekennt sich entschieden zu Solidarität und Teilhabe, sowie Vielfalt, Toleranz und Offenheit für alle Menschen – unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, sozialer oder ethnischer Herkunft, Alter, Religion oder Weltanschauung, sexueller Identität, materieller Situation, Behinderung, Beeinträchtigung oder Krankheit.

Code of Conduct – der Verhaltenskodex des Netzwerk Frühkindliche Kulturelle Bildung