Barrierefreiheit für Kindermedien möglich machen

Barrierefreiheit für Kindermedien möglich machen
© Johanna Benz, graphicrecording.cool

Bevor wir erfahren, wer Du bist und was Du machst, möchten wir Dich fragen: Welche Adjektive fallen Dir ein, wenn Du an frühkindliche kulturelle Bildung denkst?

neugierig, aufgeschlossen, zukunftsweisend

Und nun freuen wir uns über ein paar Worte über Dich selbst: Wer bist Du? Was machst Du?

Moin, ich bin Christina Oskui und nenne mich selbst „Geschichtenfinderin“, weil mich die Geschichten finden und ich sie nur aufzuschreiben brauche, damit ich sie Kindern und im Herzen Junggebliebenen vorlesen kann. Ich lebe und arbeite in Hamburg, bin verheiratet und habe zwei erwachsene Töchter, denen ich viel vorgelesen habe. Irgendwann habe ich dann angefangen eigene Geschichten zu schreiben. Aus der Veröffentlichung meines ersten Kinderbuches ist etwas ungeplant Wunderbares entstanden, womit ich nie gerechnet hätte.

Was ist das Besondere an deiner Arbeit/ deinen Projekten?

Auf Anregung einer Illustratorin habe ich mit der Arbeit an „Barrierefreien Kindermedien – Kinderbüchern mit Mehrwert “ begonnen, damit in Zukunft blinde und sehende Kinder gemeinsam Bücher lesen und taktil begreifen können. Da bisher leider viele Menschen Braillekinderbücher nicht kennen, arbeite ich in unterschiedlichen Formaten, um das Thema „Barrierefreiheit“ sichtbarer zu machen. Neben inklusiven und klassischen Kinderbuchlesungen biete ich auch Sensibilisierungsworkshops für Kinder, Erwachsene, Erzieher:innen und Pädagog:innen, sowie Tandem-Lesungen zusammen mit einem geburtsblinden Menschen an.

Was ist Deine persönliche Motivation, Dich für frühkindliche kulturelle Bildung einzusetzen?

Meine ganz persönliche Motivation ist aus dem eigenen Erleben entstanden, denn ich habe als Kind selbst nicht gerne gelesen. Obwohl mir zu Hause vorgelesen wurde, hat sich mir die Welt der Bücher erst spät erschlossen. Ich glaube mir hat einfach das für mich passende Material gefehlt um meine Neugier zu wecken. Ich hoffe, ich kann mit meiner Arbeit Kindern die Welt der Bücher und ihre vielen Geschichten näher bringen und Spaß und Freude am Lesen und Schreiben wecken.

Was ist deine überraschendste Erkenntnis aus dem Arbeitsalltag?

Kinder sind die ehrlichsten Zuhörer:innen und haben die besten Fragen und Ideen parat, ich lerne immer wieder viel von ihnen.

Gibt es eine besondere Begegnung oder ein Erlebnis aus deiner Arbeit, das dich besonders berührt oder geprägt hat? 

Ich durfte das Haus besuchen, in dem Astrid Lindgren gewohnt hat, wenn sie in Hamburg zu Besuch war und es hat sich angefühlt, als wäre ich ein willkommener Gast, dafür bin ich Frau Silke Weitendorf und ihrem Team sehr dankbar.

Zum Abschluss wollen wir einmal in die Zukunft schauen: Wie müsste eine Welt aussehen, in der unser Netzwerk nicht mehr benötigt wird?

In dieser Zukunft ist es selbstverständlich geworden, dass Kinder ein Mitsprache- und Gestaltungsrecht in Kitas, Vor- und Grundschulen haben. Frühkindliche Kulturelle Bildung ist selbstverständlich verankert und findet regelmäßig statt, die Kinder dürfen bestehende Angebote hinterfragen, ändern und an ihre Bedürfnisse anpassen. Es wird Räume geben, wo jung und alt zusammen Kunst und Kultur praktizieren und von- und miteinander lernen.