TANZPUNKT 2.0: Ein Netzwerk bewegt die Jüngsten

TANZPUNKT 2.0: Ein Netzwerk bewegt die Jüngsten
© Franz Kimmel

TANZPUNKT 2.0 entwickelt den Tanz für die Jüngsten konzeptionell weiter, schafft nachhaltige Sichtbarkeit und verankert Tanz in die frühkindlichen Bildung im gesellschaftlichen Diskurs. Das Netzwerk öffnet sich fortlaufend für einen regen Austausch unter Tanzschaffenden. Außerdem führt Tanzpunkt 2.0 Gesprächstreffen mit Verantwortlichen der Kultur- und Bildungspolitik, Verbänden, Bildungsstätten und Interessierten durch.

Seit 2026 ist TANZPUNKT 2.0 Teil des Netzwerks FKB. Wir haben den Gründungsmitgliedern Alexandra Benthin, Johanna Schlösser und Ute Schmitt einige Fragen gestellt, um das Projekt besser kennenzulernen.

Bevor wir erfahren, wer ihr seid und was ihr macht, möchten wir fragen: Welche Adjektive fallen euch ein, wenn ihr an frühkindliche kulturelle Bildung denkt?

Lebendig, kreativ, unverzichtbar.

Und nun freuen wir uns über ein paar Worte über euch als Projekt: Wer seid ihr? Was macht ihr?

Tanzpunkt 2.0 wird von Frauen aus Bremen, Nordrhein-Westfalen und Bayern getragen. Gemeinsam führen wir ein bundesweites Netzwerk für Tanz in der frühkindlichen Bildung.

Tanzpunkt 2.0 denkt Tanz für junge Kinder konzeptionell weiter, schafft nachhaltige Sichtbarkeit und verankert ihn im gesellschaftlichen Diskurs. Die Vernetzung und der Austausch von Tanzschaffenden im frühkindlichen Bereich sind für uns ein zentrales Anliegen.

Was ist das Besondere an eurer Arbeit?

  • Verknüpfung von Tanzschaffenden in verschiedenen Bundesländern
  • Aufbau und Pflege eines bundesweiten Netzwerks
  • Gemeinsame Entwicklung von Tanzprojekten in Kindergärten
  • Choreografie und Realisierung von Pop-up-Stücken, die durch Kitas in der ganzen Republik touren
  • Teilen und Sichtbarmachen von Erfahrungen, Ergebnissen, Übungen, Inspirationen und Gedanken – kostenfrei über unsere Homepage sowie im Austausch auf Tagungen und Workshops

Was ist eure persönliche Motivation, euch für frühkindliche kulturelle Bildung einzusetzen?

Die Vision, dass alle Kinder in den Genuss kommen zeitgenössischen Tanz zu erleben – sowohl als selbst Tanzende wie auch als Publikum.

Wir wollen einmal in die Zukunft schauen: Was wäre euer Wunsch?

  • Externe Künstler:innen sind ein selbstverständlicher Bestandteil des Kindergartenalltags und bereichern diesen kontinuierlich.
  • Tanz ist strukturell in der frühkindlichen Bildung verankert, mit ausreichenden Etats und verlässlichen Rahmenbedingungen.
  • Tanzprojekte erhalten kontinuierliche Förderung und müssen nicht mehr projektweise um ihre Existenz ringen.

Gibt es eine besondere Begegnung oder ein Erlebnis aus deiner Arbeit, das euch besonders berührt oder geprägt hat? 

Vielleicht sind es weniger die großen Erlebnisse als die leisen Zwischenräume, die uns prägen: wenn Kinder im Tanz bei sich ankommen, wenn Zurückhaltung zu einem vorsichtigen Schritt wird, ein Blick sich öffnet, ein stilles Kind Raum einnimmt. Wenn Bewegung zu Sprache wird, zu Begegnung – und für einen Moment etwas sichtbar wird, das vorher nur geahnt war.

Was würdet ihr sagen: Was nehmen Kinder aus der kulturellen Bildung mit – vielleicht sogar mehr, als wir Erwachsenen denken? 

Kinder erfahren, dass ihre Gefühle, Bewegungen und Gedanken Bedeutung haben. Sie erleben sich als wirksam, kreativ und verbunden – mit sich selbst und mit anderen. Tanz und Kunst öffnen Räume, in denen Kinder sich ausdrücken dürfen, ohne bewertet zu werden, und in denen sie Vertrauen in den eigenen Körper, in Fantasie und in Gemeinschaft entwickeln. Diese Erfahrungen wirken oft leise, aber tief – und begleiten sie weit über den Moment hinaus.

Welche Herausforderungen begegnen euch in eurer Arbeit immer wieder und wie geht ihr damit um? 

Immer wieder begegnen uns fehlende Qualitätssicherung, unsichere Rahmenbedingungen und finanzielle Engpässe – sowie das Vorurteil, Kindertanz könne jede:r einfach machen. Was uns trägt, ist der Zusammenhalt im Netzwerk, der gemeinsame Glaube an ein Weitergehen und der motivierende Austausch mit Kolleginnen.

Was bedeutet das Netzwerk Frühkindliche Kulturelle Bildung für eure Arbeit?

Das NFKB bedeutet für unsere Arbeit Austausch, Rückhalt und gemeinsame Sichtbarkeit – und die Gewissheit, mit unseren Anliegen nicht allein zu sein.

Wenn ihr der Politik, der Gesellschaft oder den Fachkräften in Kitas und Kultur etwas mit auf den Weg geben könntet – was wäre das? 

Nehmt die kulturelle Bildung junger Kinder ernst. Schafft verlässliche finanzielle Strukturen, stärkt freischaffende Künstler:innen und gebt Kunst und Tanz den Raum, den sie brauchen, um Kinder nachhaltig zu begleiten und zu stärken.

© Franz Kimmel

Mehr Infos, inspirierende Blogbeiträge und Details über das Team können Sie auf der Website des Netzwerks TANZPUNKT 2.0 lesen.